#FreiheitBerlin goes Madrid

Offenheit, Kreativität und eine lebendige Kulturszene verbinden Madrid und Berlin. Seit 30 Jahren sind die beiden Metropolen Schwesterstädte – ihre heutige Freiheit ist nicht selbstverständlich.

Regenbogen-Fahnen leuchten im Sommer überall in Madrid, wenn in der spanischen Metropole das „Pride Madrid“-Festival gefeiert sind. Vor allem im Stadtteil Chueca, bekannt für seine lebendige Homosexuellen-Szene, zieren sie Häuserfassaden, spannen sich als bunte Banner über Gassen hinweg und flattern auf unzähligen Fähnchen und Wimpeln im Wind. Auch in diesem Jahr feiern ab Ende Juni wieder Lesben, Schwule, Trans- und Bisexuelle aus aller Welt neun Tage lang ausgelassen in der spanischen Hauptstadt und diskutieren auf Konferenzen und Seminaren über Toleranz und Akzeptanz. Knapp einen Monat später ist es auch in Berlin so weit: Dann rollen auf dem Christopher-Street-Day bunt geschmückte Wagen zu lauter Techno-Musik vom Ku’damm über die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor. Und nicht nur die LGTB-Szene, sondern auch Anwohner und Touristen feiern ausgelassen mit. Ein fröhliches Bekenntnis zur Freiheit.

Seit 30 Jahren sind Berlin und Madrid bereits „Twin Cities“, Schwesterstädte. Besiegelt wurde ihre städtepartnerschaftliche Verbindung am 4. November 1988. Knapp ein Jahr vor dem Fall der Berliner Mauer und 13 Jahre nach dem Tod des spanischen Diktators Francisco Franco. Damals waren beide Metropolen noch geprägt von Diktatur oder Teilung. Heute vereint sie ein freiheitlicher Geist, der vor allem in der Kulturlandschaft seinen Ausdruck findet. Berlin und Madrid sind inzwischen wieder weltoffene Städte, deren besonders Flair Menschen aus aller Welt anzieht. Bereits 2010 stammte jeder sechste Madrilene ursprünglich aus einem anderen Land. Und in Berlin leben inzwischen Menschen aus 190 Nationen. Trotzdem, oder gerade deshalb, versteht man sich. Lebt friedlich neben- und miteinander.

 

 

Die Freiheit, Sancho, ist eine der köstlichsten Gaben, die der Himmel dem Menschen verliehen; mit ihr können sich nicht die Schätze vergleichen, welche die Erde in sich schließt noch die das Meer bedeckt.
Miguel de Cervantes/„Don Quijote de la Mancha“

Kreativität bringt die Vielfalt und Offenheit der beiden Metropolen auf vielschichtige Art und Weise zum Ausdruck. Sei es in weltbekannten Museen wie dem Prado oder der Alten Nationalgalerie, beim Schlendern über den berühmten Paseo del Arte in Madrid oder beim Besuch des regelmäßig stattfindenden Gallery Weekend Berlin. Nicht von ungefähr wird der kulturelle Austausch zwischen Berlin und Madrid seit 30 Jahren im Rahmen der Städtepartnerschaft besonders gefördert. Ein Highlight in diesem Jahr: Berlin wird im Oktober den Themenschwerpunkt der traditionellen Architekturwoche in Madrid gestalten. Die deutsche Hauptstadt richtet außerdem regelmäßig die „Rencontres Internationales Paris/Berlin/Madrid/RI“ aus. Das internationale Filmfestival bietet insbesondere weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Film, Video, Installation, Performance und Multimedia die Chance, ihre Arbeiten einem weltweiten Publikum vorzustellen.

Im Januar 2006 wurde auf Initiative von Musikern aus Madrid und Berlin die Philharmonische Gesellschaft Madrid-Berlin gegründet. Hochkarätige Ensembles aus beiden Städten spielen im Rahmen der Initiative regelmäßig zusammen – und erfreuen damit sowohl das Berliner als auch das Madrider Publikum. Im wissenschaftlichen Bereich stehen die Madrider Universitäten Politécnica und Autónoma mit der Humboldt Universität und der Freien Universität in Berlin in intensivem Projektaustausch und unterstreichen damit auch den Gedanken der  wissenschaftlichen Freiheit.


Das 30-jährige Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft feiern die beiden Sister Cities in diesem Jahr in einem ganz besonderen Rahmen. Am 21. Juni lädt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, unter dem Motto „#FreiheitBerlin goes Madrid“ zu einem Berlin-Abend in der spanischen Hauptstadt ein. Das passende Ambiente bildet der Parque de Berlin im Distrikt Chamartín. Dort stehen auch drei mit Graffiti besprühte Original-Fragmente der Berliner Mauer. Als Mahnmale erinnern sie die Besucherinnen und Besucher daran, dass die Freiheit, die das Lebensgefühl Berlins und Madrids heute prägt, historisch nicht selbstverständlich ist.    

 

 

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Fotos

Oben: Biniam Ghezai©Madrid Destino
Mitte links/rechts: César Lucas Abreu©Madrid Destino
Mitte groß: Biniam Ghezai ©Madrid Destino
Unten links: César Lucas Abreu©Madrid Destino
Unten rechts: Elena Almagro©Madrid Destino
Unten groß: César Lucas Abreu©Madrid Destino

 

 

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